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Handgelenk nach Sturz auf Glatteis: Was nach dem Gips hilft

Handgelenkbruch nach einem Sturz auf Eis: Was die Forschung zur Nachbehandlung sagt und wie wir in Füssen Beweglichkeit und Kraft zurückholen.

BH
Birgit HorstmannInhaberin · Osteopathin · Heilpraktikerin
veröffentlicht28. Okt. 2026
lesezeit5 Min.
Handgelenk nach Sturz auf Glatteis: Was nach dem Gips hilft

Es genügt ein glatter Gehweg in Füssen am frühen Morgen: Sie rutschen aus, fangen sich mit der ausgestreckten Hand ab, und das Handgelenk meldet sich sofort. Wer nach so einem Sturz auf Glatteis Schmerzen im Handgelenk hat, sollte es zuerst röntgen lassen. Ist die Hand gebrochen und der Gips ab, beginnt das eigentliche Zurückkommen: Die Hand ist steif, dünn, geschwollen und fühlt sich fremd an. Wir erklären, was die Forschung zur Nachbehandlung nach einem Handgelenkbruch sagt, was Sie selbst tun können und wie wir im aktivlife Zentrum dabei unterstützen.

Der klassische Sturz auf die ausgestreckte Hand führt oft zum Speichenbruch

Beim Ausrutschen fangen wir uns instinktiv mit der Handfläche ab. Nach gesundheit.gv.at ist genau das die häufigste Ursache für einen Speichenbruch, den die Medizin distale Radiusfraktur nennt. Typische Zeichen sind starke Schmerzen, Schwellung, ein Bluterguss, eine eingeschränkte Drehbewegung des Unterarms und manchmal eine sichtbare Fehlstellung oder Kribbeln in der Hand.

Das gehört in ärztliche Hände. Ruhigstellen, hochlagern und eingewickelt kühlen ist die Erste Hilfe, danach folgt das Röntgen. Einfache Brüche werden laut gesundheit.gv.at etwa 4 bis 6 Wochen in Gips oder Kunststoffverband ruhiggestellt, komplizierte Brüche werden operiert. Diagnose und Entscheidung über die Behandlung treffen die Ärztinnen und Ärzte, nicht wir.

seit 2011sind wir mit Physiotherapie, Osteopathie und Schmerztherapie in Füssen für Sie da
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5Bereiche unter einem Dach: Physiotherapie, Osteopathie, Schmerztherapie, Prävention und Mentoring

Die Studienlage zur Nachbehandlung ist ehrlicher, als viele Ratgeber sie darstellen

Nach dem Gips ist die Hand meist steif. Weniger klar ist, wie viel Therapie dann nötig ist. Ein Cochrane-Review von 2015 wertete 26 Studien mit 1269 Teilnehmenden aus, überwiegend ältere Frauen. Die Ergebnisse in Kürze:

  • Schon eine einzelne Physiotherapie-Sitzung mit Anleitung für Heimübungen verbesserte die Handfunktion gegenüber keiner Behandlung.
  • Regelmäßige Therapie zusätzlich zu angeleiteten Heimübungen brachte keine klinisch relevanten Unterschiede.
  • Die Qualität der Belege stufen die Autorinnen und Autoren als niedrig bis sehr niedrig ein. Es gebe nicht genug Evidenz, um die beste Form der Rehabilitation zu bestimmen.

Das heißt für Sie: Sie brauchen nach einem einfachen Bruch nicht automatisch zehn Termine. Sie brauchen aber eine gute Anleitung, damit die Übungen richtig und regelmäßig laufen. Wir sagen Ihnen offen, wenn wenige Termine reichen. Auch gesundheit.gv.at beschreibt, dass die Ärztin oder der Arzt je nach Schwere eine Physiotherapie verordnet und Betroffene die Übungen selbstständig durchführen sollen.

Schon im Gips können Sie viel für die Hand tun

Alle Gelenke, die der Gips frei lässt, sollten sich bewegen: Finger, Daumen, Ellenbogen und Schulter. Das hält die Muskulatur wach und beugt Steifheit vor. Bei Schwellung hilft Hochlagern. Welche Übungen in Ihrer Situation sinnvoll sind, klären Sie mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt, vor allem nach einer Operation.

Wenn die Hand lange geschwollen bleibt, kann ergänzend Lymphdrainage eine Option sein. Wann sie sinnvoll ist und wann nicht, lesen Sie in unserem Beitrag Lymphdrainage: Wann sie sinnvoll ist.

Nach dem Gips geht es um Beweglichkeit, Kraft und Vertrauen in die Hand

Ist der Gips ab, zeigen sich die Folgen der Ruhigstellung: Das Handgelenk lässt sich kaum beugen, strecken und drehen, die Griffkraft fehlt, der Unterarm ist dünner, und viele Menschen trauen sich nicht, die Hand zu belasten. Nach gesundheit.gv.at ist die Hand im Alltag und beim Sport oft erst nach etwa zwölf Wochen wieder normal belastbar. Diese Zeit sollten Sie sich geben.

Wir gehen im aktivlife Zentrum in Füssen in drei Schritten vor:

  1. Befund: Wie weit lässt sich das Handgelenk bewegen, wo zieht es, wie ist die Kraft im Seitenvergleich, und was gelingt im Alltag noch nicht?
  2. Anleitung: Wir zeigen Ihnen wenige, gezielte Übungen für Zuhause, die zu Ihrem Alltag passen, und kontrollieren, ob Sie sie richtig ausführen.
  3. Begleitung bei Bedarf: Bleiben Schwellung, Schmerz oder Steifheit hartnäckig, ergänzen wir mit manueller Therapie, Lymphdrainage oder Schmerztherapie. Bleibt es bei wenigen Terminen, ist das ein gutes Ergebnis.

Dabei fragen wir auch nach dem Warum, denn Ursachenforschung statt Symptombehandlung gilt bei uns für jede Behandlung. Bei einem Sturz ist die Frage naheliegend: War der Boden schlicht glatt, oder spielen Gleichgewicht, Kraft in den Beinen oder Schuhe eine Rolle? Mehr zum Gleichgewichtstraining lesen Sie im Beitrag zur Sturzprävention.

Nach dem Gips haben viele Menschen Angst, die Hand zu belasten. Oft hilft es schon, wenn jemand die Übungen zeigt und sagt, was normal ist und was nicht.

— Birgit Horstmann, aktivlife Zentrum Füssen

Vorbeugen lohnt sich, bevor der nächste Frost kommt

Wer im Allgäu im Winter unterwegs ist, kennt die Stellen, an denen es morgens glatt ist: Treppen, schattige Wege, Parkplätze. Rutschfeste Schuhe mit gutem Profil, kleine Schritte und ein Blick auf den Boden senken das Risiko. Dazu gehört Gleichgewichts- und Krafttraining als Vorbereitung auf den Winter, denn Standsicherheit lässt sich üben. Auch beim Schnee räumen lauern Eisplatten, lesen Sie dazu Rückenschmerzen nach dem Schneeschippen.

So unterstützen wir Sie im aktivlife Zentrum

Bei uns arbeiten ein Team aus elf Therapeutinnen und Therapeuten und fünf Bereiche unter einem Dach, einen Überblick finden Sie bei den Leistungen des aktivlife Zentrums. Nach einem Bruch behandeln wir, sobald Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Heilung freigegeben hat. Mehrere von uns sind sektorale Heilpraktiker für Physiotherapie, Sie brauchen also nicht in jedem Fall ein Rezept. Wie das funktioniert, steht im Beitrag Physiotherapie ohne Rezept.

Ist der Gips ab und die Hand bleibt steif, geschwollen oder unsicher, Termin anfragen oder anrufen unter 08362 5059111.

Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Diagnose oder individuelle Beratung.

● FAQ

Wie lange dauert es, bis ein Handgelenkbruch wieder belastbar ist?
Nach der österreichischen Gesundheitsseite gesundheit.gv.at ist ein Speichenbruch meist nach 6 bis 8 Wochen verheilt. Bis die Hand im Alltag und beim Sport wieder normal belastbar ist, dauert es etwa 12 Wochen. Jeder Verlauf ist individuell, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt schätzt ihn anhand der Röntgenbilder ein.
Brauche ich nach dem Gips überhaupt Physiotherapie?
Das hängt vom Bruch und vom Verlauf ab. Die Studienlage ist ehrlich gesagt dünn: Schon eine einzelne Sitzung mit Anleitung für Heimübungen kann der Cochrane-Übersicht zufolge die Handfunktion verbessern. Wer nach dem Gips steif, geschwollen oder unsicher ist, profitiert von einer Anleitung und einer Kontrolle, ob die Übungen richtig laufen.
Was kann ich schon im Gips für die Hand tun?
Bewegen Sie alle Gelenke, die der Gips frei lässt: Finger, Daumen, Ellenbogen und Schulter. Halten Sie den Arm bei Schwellung hoch. Welche Übungen in Ihrem Fall passen, klären Sie mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt.
Wann muss ich nach einem Sturz sofort zum Arzt?
Bei starken Schmerzen, deutlicher Schwellung, sichtbarer Fehlstellung oder Kribbeln und Taubheit in der Hand. Dann besteht der Verdacht auf einen Bruch, und er muss per Röntgen abgeklärt werden, bevor Sie physiotherapeutisch behandelt werden.
Brauche ich für die Physiotherapie nach einem Handgelenkbruch ein Rezept?
Nach einem Bruch steht zuerst die ärztliche Behandlung. Danach können mehrere Teammitglieder bei uns als sektorale Heilpraktiker für Physiotherapie auch ohne Rezept behandeln, wenn Ihr Arzt oder Ihre Ärztin die Heilung freigegeben hat. Rufen Sie uns an, wir besprechen den Einzelfall.
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