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Sturzprävention

Sturzprävention im Alter: Was wirklich vor Stürzen schützt

Fast jeder Vierte über 65 stürzt jährlich. Wie gezieltes Gleichgewichtstraining das Risiko senkt und wie wir im aktivlife Zentrum in Füssen dabei helfen.

BH
Birgit HorstmannInhaberin · Osteopathin · Heilpraktikerin
veröffentlicht16. Sept. 2026
lesezeit6 Min.
Sturzprävention im Alter: Was wirklich vor Stürzen schützt

Wer über 65 ist, hat ein reales Sturzrisiko, auch ohne Vorerkrankung. Das Robert Koch-Institut zählte 2022 bei fast jeder vierten Person ab 65 Jahren mindestens einen Sturz im vorangegangenen Jahr, bei den über 80-Jährigen war es bereits jede dritte. Die gute Nachricht: Gleichgewicht lässt sich trainieren wie ein Muskel, und genau das senkt das Risiko messbar. In diesem Beitrag erklären wir, warum das Sturzrisiko im Alter zunimmt, welches Training wirklich hilft und wie wir Sie im aktivlife Zentrum in Füssen dabei begleiten.

Stürze sind im Alter statistisch häufig, nicht die Ausnahme

Viele Menschen unterschätzen das eigene Sturzrisiko, weil ein Sturz oft erst zum Thema wird, wenn er bereits passiert ist. Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts stürzten 2022 rund 23,8 von 100 Menschen ab 65 Jahren mindestens einmal, bei den über 80-Jährigen waren es 33,5 von 100. Fast zehn Prozent der über 65-Jährigen stürzten sogar mehrmals im selben Jahr. Die unabhängige Patienteninformation Gesundheitsinformation.de ordnet ein: In Pflegeeinrichtungen liegt die Sturzhäufigkeit sogar bei etwa jeder zweiten Person pro Jahr, und 5 bis 10 von 100 Stürzen im häuslichen Umfeld führen zu ernsteren Verletzungen wie Brüchen.

Die Ursachen sind meist ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren: nachlassende Muskelkraft in Beinen und Rumpf, ein langsamer werdendes Gleichgewichtssystem, Sehschwäche, bestimmte Medikamente, niedriger Blutdruck und Stolperfallen im eigenen Zuhause. Keiner dieser Faktoren wirkt für sich allein dramatisch, gemeinsam erhöhen sie das Risiko aber deutlich.

23,8 / 100Menschen ab 65 J. stürzten 2022 mind. einmal (RKI)
33,5 / 100Menschen ab 80 J. stürzten 2022 mind. einmal (RKI)
seit 2011aktivlife Zentrum in Füssen
§ 20 SGB Vanerkannter Wellengang-Präventionskurs

Gleichgewicht lässt sich trainieren wie ein Muskel

Das Gleichgewichtssystem ist kein starres Bauteil, sondern ein Zusammenspiel aus Innenohr, Augen, Muskeln und Nerven, das ständig Informationen austauscht und darauf reagiert. Wie jedes System reagiert es auf Training: Wer es regelmäßig fordert, wird stabiler. Wer es schont, verliert an Sicherheit, häufig schneller, als man denkt. Genau deshalb ist Bewegung eine der wirksamsten Maßnahmen gegen Stürze, noch vor vielen anderen Interventionen.

Entscheidend ist dabei nicht irgendeine Bewegung, sondern gezieltes Training, das das Gleichgewichtssystem an seine Grenze bringt, ohne zu überfordern. Ein einfacher Einbeinstand an der Küchenzeile ist ein guter Anfang. Wirksam wird das Training aber erst, wenn die Übungen mit der Zeit schwieriger werden, etwa durch weniger Festhalten, eine instabilere Unterlage oder zusätzliche Kopfbewegungen.

Diese drei Trainingsbausteine senken das Risiko nachweislich

Krafttraining für die Beinmuskulatur ist die Basis, denn kräftige Ober- und Unterschenkelmuskeln fangen einen Ausrutscher oft ab, bevor er zum Sturz wird. Gleichgewichts- und Koordinationsübungen, vom Einbeinstand bis zu gezielten Übungsparcours, trainieren genau die Reaktion, die im entscheidenden Moment zählt. Gangtraining schließlich verbessert Schrittlänge, Tempo und Sicherheit beim Gehen selbst, auch auf unebenem Untergrund, wie er im Allgäu beim Spazierengehen oder auf dem Weg zum Marktplatz schnell vorkommt.

Wer im Sommer und Frühherbst gerne im Allgäu unterwegs ist, trainiert nebenbei schon viel Richtiges: Wandern auf wechselndem Terrain fordert Gleichgewicht und Beinkraft gleichermaßen. Wie Sie dabei Ihre Gelenke schonen, beschreiben wir im Beitrag über Hüftschmerzen nach dem Wandern. Für die kühlere Jahreszeit, wenn spontane Spaziergänge seltener werden, braucht es aber ein strukturiertes Ersatzprogramm, damit das Training nicht einfach ausfällt.

Sturzprävention ist kein Thema für den Tag nach dem ersten Sturz. Je früher wir Kraft und Gleichgewicht trainieren, desto mehr Sicherheit bleibt im Alltag erhalten, und genau die wollen unsere Patientinnen und Patienten am meisten zurück.

Birgit Horstmann, aktivlife Zentrum Füssen

Wellengang-Schwingungstraining fordert das Gleichgewichtssystem gezielt

Für Menschen, denen klassisches Balance- und Krafttraining schwerfällt, etwa nach längerer Bewegungspause oder bei Gelenkbeschwerden, bieten wir im aktivlife Zentrum das Wellengang-Schwingungstraining an. Sie stehen auf einer Plattform, die in schnellen, sanften Wellen schwingt. Der Körper reagiert darauf automatisch mit vielen kleinen, reflexartigen Muskelanspannungen pro Sekunde, um das Gleichgewicht zu halten, und genau dieses Training des Gleichgewichtssystems steht bei der Sturzprävention im Mittelpunkt. Die Gelenke werden dabei kaum belastet, was das Training auch für Menschen mit Arthrose oder nach Operationen zugänglich macht.

Wie wir dieses Training auch zum Schutz der Knochendichte einsetzen, beschreiben wir ausführlicher im Beitrag Osteoporose: Wie Training die Knochen stärkt. Wichtig ist uns auch hier die ehrliche Einordnung: Schwingungstraining ist eine gelenkschonende Ergänzung, kein Ersatz für klassisches Kraft- und Gleichgewichtstraining. Was in Ihrer Situation sinnvoll ist, klären wir gemeinsam im Erstgespräch.

Unseren Wellengang-Präventionskurs bieten wir auch in der Gruppe an, anerkannt als Präventionskurs nach § 20 SGB V. Gesetzliche Krankenkassen bezuschussen die Teilnahme oder übernehmen die Kosten vollständig, die genaue Höhe hängt von Ihrer Kasse ab. Für den individuellen Einstieg brauchen Sie bei uns übrigens meist keine ärztliche Verordnung, weil mehrere unserer Therapeutinnen und Therapeuten sektorale Heilpraktiker für Physiotherapie sind. Wie dieser direkte Weg funktioniert, lesen Sie im Beitrag Physiotherapie ohne Rezept.

Auch das eigene Zuhause lässt sich sturzsicher gestalten

Training allein reicht nicht, wenn die Umgebung Stolperfallen bereithält. Nach Empfehlung von Gesundheitsinformation.de und dem Gesundheitsportal gesund.bund.de gehören dazu: gute Beleuchtung in Fluren und auf Treppen, feste Schuhe statt rutschiger Pantoffeln, das Entfernen loser Teppiche und Kabel sowie Haltegriffe in Bad und Dusche. Auch ein Sehtest beim Augenarzt und eine Überprüfung der Medikamente mit der Hausärztin oder dem Hausarzt gehören zu einer vollständigen Sturzprävention, denn manche Medikamente beeinflussen Gleichgewicht und Reaktionsfähigkeit.

Wer zusätzlich unter Wetterfühligkeit leidet und bei Föhn spürt, dass Gelenke steifer und die Sicherheit beim Gehen geringer wird, findet ergänzende Hinweise in unserem Beitrag zu Wetterfühligkeit und Gelenkschmerzen im Allgäu.

So begleiten wir Sie im aktivlife Zentrum in Füssen

Bei uns beginnt jede Begleitung mit einem Gespräch und einer sorgfältigen Bestandsaufnahme: Wie sicher fühlen Sie sich aktuell beim Gehen, welche Ängste oder Erfahrungen gibt es, was sagt der ärztliche Befund, und was soll wieder selbstverständlich werden? Daraus entsteht ein Trainingsplan, der zu Ihnen passt, vom Wellengang-Kurs über gezieltes Kraft- und Gleichgewichtstraining bis zur physiotherapeutischen Einzelbehandlung. Unser Team aus elf Menschen deckt Physiotherapie, Osteopathie, Schmerztherapie und Prävention unter einem Dach ab; einen Überblick finden Sie auf der Seite Leistungen des aktivlife Zentrums.

Warten Sie nicht auf den ersten Sturz, um mit dem Training zu beginnen. Fragen Sie jetzt einen Termin oder einen Kursplatz an oder rufen Sie uns an unter 08362 5059111.

Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Diagnose oder individuelle Beratung.

● FAQ

Wie hoch ist das Sturzrisiko im Alter wirklich?
Laut Robert Koch-Institut stürzte 2022 etwa jede vierte Person ab 65 Jahren mindestens einmal im Jahr, bei den über 80-Jährigen war es etwa jede dritte. Fast zehn Prozent aller über 65-Jährigen stürzten sogar mehrfach im selben Jahr.
Welches Training senkt das Sturzrisiko am meisten?
Am besten belegt ist eine Kombination aus Kraft- und Gleichgewichtstraining, idealerweise zwei- bis dreimal pro Woche über mehrere Monate. Wichtig ist, dass die Übungen fordernd bleiben, also mit der Zeit schwieriger werden, etwa durch weniger Festhalten oder instabilere Unterlagen.
Was ist Wellengang-Schwingungstraining und wie hilft es gegen Stürze?
Ein sanftes Ganzkörpertraining auf einer schwingenden Plattform. Die Schwingungen fordern das Gleichgewichtssystem und lösen reflexartige Muskelanspannungen aus, ohne die Gelenke stark zu belasten. Im aktivlife Zentrum bieten wir es als Einzelanwendung und als Präventionskurs in der Gruppe an.
Übernimmt die Krankenkasse den Präventionskurs?
Unser Wellengang-Präventionskurs ist als Präventionskurs nach § 20 SGB V anerkannt. Gesetzliche Krankenkassen bezuschussen die Teilnahme oder übernehmen die Kosten vollständig; die genaue Höhe hängt von Ihrer Kasse ab. Wir helfen Ihnen bei den Unterlagen.
Ab wann sollte man mit Sturzprävention beginnen?
Am besten, bevor der erste Sturz passiert. Wer über 65 ist, sich beim Gehen schon einmal unsicher gefühlt hat oder Muskelkraft und Gleichgewicht nachlassen spürt, profitiert schon heute von gezieltem Training, unabhängig davon, ob bereits eine Diagnose vorliegt.
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