Rückenschmerzen beim Golfen: Was der Schwung mit dem Rücken macht
Der untere Rücken ist die häufigste Baustelle im Golfsport. Warum das am Schwung liegt und wie wir in Füssen helfen, ohne dass Sie pausieren müssen.

Der Schwung sitzt, der Ball fliegt gut, und trotzdem zieht es danach im unteren Rücken: Rückenschmerzen beim Golfen sind kein Zufall, sondern fast immer die Folge eines Zusammenspiels aus Rumpfschwäche, eingeschränkter Beweglichkeit und Schwungtechnik. Die kurze Antwort: In den allermeisten Fällen steckt keine ernsthafte Verletzung dahinter, sondern eine Überlastung, die sich mit gezieltem Training und kleinen technischen Korrekturen gut behandeln lässt. In diesem Beitrag erklären wir, warum ausgerechnet die Lendenwirbelsäule beim Golf so stark beansprucht wird, welche Warnzeichen Sie ernst nehmen sollten und wie wir Ihnen im aktivlife Zentrum in Füssen helfen, wieder schmerzfrei über den Platz zu gehen – ob auf der Golfanlage Auf der Gsteig bei Lechbruck am See oder anderswo im Allgäu.
Der untere Rücken ist beim Golf die häufigste Baustelle
Golf gilt als vergleichsweise gelenkschonender Sport mit geringer Ausdauerbelastung, trotzdem sind Verletzungen bei Amateur- wie Profigolferinnen und -golfern keine Seltenheit. Eine biomechanische Übersichtsarbeit zu Rückenschmerzen im Golfsport kommt zu einem klaren Ergebnis: Der untere Rücken ist die mit Abstand am häufigsten betroffene Körperregion, noch vor Handgelenk und Schulter. Der Grund liegt in der Bewegung selbst. Anders als bei einer gleichmäßigen Belastung, etwa beim Wandern, wiederholt sich beim Golfschwung eine hochdynamische, einseitige Rotationsbewegung immer wieder auf dieselbe Weise, ähnlich wie wir es auch bei den Rücken- und Schulterschmerzen vom Stand-Up-Paddling rund um die Allgäuer Seen beobachten. Wer regelmäßig spielt, summiert diese Belastung über Monate und Jahre, oft ohne es zu merken, bis der Rücken irgendwann Alarm schlägt.
Der Druck auf die Lendenwirbelsäule steigt im Abschwung und beim Treffmoment
Wie stark die Lendenwirbelsäule beim Golfschwung tatsächlich belastet wird, zeigt dieselbe Übersichtsarbeit sehr konkret. Die Kombination aus seitlicher Rumpfneigung und gleichzeitiger Rotation, in der Fachliteratur auch als „Crunch-Faktor" bezeichnet, erzeugt genau im Abschwung, im Treffmoment und im frühen Durchschwung die höchste Belastung für die unteren Lendenwirbel. Direkt nach dem Ballkontakt kann der Druck auf die Bandscheibe zwischen dem vierten und fünften Lendenwirbel laut den ausgewerteten Studien das 6,5- bis 8-Fache des Körpergewichts erreichen. Das ist eine Belastungsspitze, die in dieser Kombination aus Rotation und seitlicher Neigung nur wenige Alltagsbewegungen erreichen, und sie erklärt, warum ausgerechnet dieser eine Wirbelabschnitt so anfällig für Überlastung ist.
Meist steckt ein technischer Fehler im Schwung dahinter
Nicht der Golfschwung an sich ist das Problem, sondern wie er ausgeführt wird. Artur Frank, Physiotherapeut mit 15 Jahren Erfahrung auf der DP World Tour und im Betreuerstab beim Ryder Cup 2023, beschreibt gegenüber Golf.de ein typisches Muster: Viele Spielerinnen und Spieler gehen beim Finish ins Hohlkreuz, weil eine schwache Rumpfmuskulatur und eine zu wenig bewegliche Brustwirbelsäule die nötige Rotation nicht mehr hergeben, sodass die Lendenwirbelsäule die fehlende Bewegung kompensieren muss. Genau solche Technikfehler gelten laut der oben genannten Übersichtsarbeit als der häufigste Auslöser für golfbedingte Rückenschmerzen bei Amateuren, noch vor „fetten" Schlägen aus dem Rough oder einer falsch getragenen Golftasche, die die Belastung zusätzlich erhöhen können. Ein weiteres Detail aus derselben Untersuchung passt dazu: Golferinnen und Golfer mit bestehenden Rückenschmerzen zeigen während des Schwungs messbar weniger Aktivität in der Bauch- und der tiefen Rückenmuskulatur als beschwerdefreie Spielerinnen und Spieler, ein Kreislauf, der sich ohne gezieltes Gegensteuern eher verstärkt als von selbst auflöst. Anatomisch kommt erschwerend hinzu, dass die Lendenwirbelsäule eigentlich für Beugung und Streckung ausgelegt ist, während die Rotation vor allem aus der Brustwirbelsäule kommen sollte. Ist Letztere zu steif, springt die Lendenwirbelsäule kompensatorisch ein und übernimmt Rotationsarbeit, für die sie nicht gebaut ist.
Rumpfkräftigung und Beweglichkeit schützen den Rücken langfristig besser als Schonung
Die unabhängige Patienteninformation Gesundheitsinformation.de nennt eine schwache Rumpfmuskulatur allgemein als einen der wichtigsten Risikofaktoren für wiederkehrende Kreuzschmerzen und rät ausdrücklich zu regelmäßigem, gezieltem Training statt reiner Schonung, ein Prinzip, das wir auch im Beitrag zu Rückenschmerzen vom langen Stehen ausführlicher beschreiben. Für Golferinnen und Golfer empfiehlt Artur Frank ergänzend ein strukturiertes Aufwärmen mit Beweglichkeits- und Dehnübungen vor jeder Runde sowie einen langsamen Einstieg ins Training, etwa beginnend mit den Wedges und erst zum Ende hin mit den Hölzern, um die Wirbelsäule schrittweise an die Belastung zu gewöhnen. Auch die individuelle Schlägerlänge, die Grifftechnik und eine professionelle Schwunganalyse können die Belastung spürbar senken, weshalb eine gute Abstimmung zwischen Golf-Pro, Physiotherapie und, wenn nötig, ärztlicher Abklärung aus seiner Sicht der wirksamste Weg ist.
— Birgit Horstmann, aktivlife Zentrum FüssenRückenschmerzen nach der Runde sind selten die Schuld des Golfsports selbst, sondern meist ein Zeichen, dass Rumpf und Brustwirbelsäule dem Schwung noch nicht gewachsen sind. Wir schauen uns deshalb nicht nur den Rücken an, sondern die ganze Bewegungskette dahinter.
So hilft die Physiotherapie im aktivlife Zentrum bei Rückenschmerzen vom Golfen
Bei uns beginnt jede Behandlung mit der Frage nach dem Warum, nicht nur mit der schmerzenden Stelle. Bei golfbedingten Rückenschmerzen prüfen wir gezielt die Beweglichkeit der Brustwirbelsäule und der Hüften, die Kraft der Rumpfmuskulatur sowie typische Ausweichbewegungen im Schwung. Daraus entsteht ein individueller Behandlungsplan, meist eine Kombination aus manueller Therapie, gezielter Rumpfkräftigung und Beweglichkeitstraining, bei Bedarf ergänzt durch unsere Schmerztherapie. Einen Überblick über unser gesamtes Angebot finden Sie unter Leistungen des aktivlife Zentrums. Für den Einstieg brauchen Sie dabei keine ärztliche Verordnung: Mehrere unserer elf Therapeutinnen und Therapeuten sind sektorale Heilpraktiker für Physiotherapie und behandeln Sie direkt, wie wir im Beitrag Physiotherapie ohne Rezept ausführlich beschreiben.
Wenn Ihr Rücken nach der Runde regelmäßig schmerzt, warten Sie nicht, bis daraus ein Dauerzustand wird, der Ihnen den Sport verleidet. Fragen Sie jetzt einen Termin an oder rufen Sie uns an unter 08362 5059111.
Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Diagnose oder individuelle Beratung.
● FAQ
- Warum bekomme ich beim Golfen Rückenschmerzen?
- Meist liegt es an einer Kombination aus schwacher Rumpfmuskulatur, eingeschränkter Beweglichkeit der Brustwirbelsäule und einem technisch unsauberen Schwung. Der untere Rücken gilt laut einer biomechanischen Übersichtsarbeit bei Amateur- wie Profigolferinnen und -golfern als die am häufigsten verletzte Körperregion.
- Welche Phase des Golfschwungs belastet die Lendenwirbelsäule am meisten?
- Die höchste Belastung entsteht im Abschwung, im Treffmoment und im frühen Durchschwung, wenn seitliche Rumpfneigung und Rotation gleichzeitig auf die Lendenwirbelsäule wirken. Direkt nach dem Ballkontakt kann der Druck auf die unteren Lendenwirbel laut derselben Übersichtsarbeit das 6,5- bis 8-Fache des Körpergewichts erreichen.
- Muss ich das Golfen aufgeben, wenn der Rücken schmerzt?
- In der Regel nicht. Golfbedingte Rückenschmerzen sind meist funktionell-muskulär bedingt und lassen sich durch gezieltes Rumpftraining, mehr Beweglichkeit in der Brustwirbelsäule und eine Schwungkorrektur gut in den Griff bekommen.
- Wie kann ich Rückenschmerzen beim Golfen vorbeugen?
- Ein strukturiertes Aufwärmen mit Beweglichkeits- und Dehnübungen vor der Runde, ein langsamer Einstieg von den Wedges zu den Hölzern und eine regelmäßig trainierte Rumpfmuskulatur senken das Risiko deutlich. Auch die individuelle Schlägerlänge und Grifftechnik spielen eine Rolle.
- Hilft Physiotherapie im aktivlife Zentrum auch ohne Rezept?
- Ja. Mehrere unserer elf Therapeutinnen und Therapeuten sind sektorale Heilpraktiker für Physiotherapie und behandeln Sie im Erstkontakt ohne vorherige ärztliche Verordnung, sofern keine Warnzeichen vorliegen.
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